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Attraktive Angebote zum Meditationsweg finden Sie auf der Website der Ammergauer Alpen

Die nachfolgende Wegbeschreibung gibt ­Ihnen Anhaltspunkte. Sie ersetzt weder eine Wanderkarte noch die eigenverantwortliche Orientierung im Gelände.

Wegstrecken zwischen den Stationen

Für eine vergrößerte Darstellung auf das Bild klicken

Wieskirche - Kloster Rottenbuch 10,5 km
Kloster Rottenbuch - Soier See 10,1 km
Soier See - Scheibum 10,7 km
Scheibum - Fatimakapelle 4,1 km
Fatimakapelle - Rochusfeld 2,6 km
Rochusfeld - Kappel 9 km
Kappel - Hörnle 4,2 km
Hörnle - Passionstheater 9,1 km
Passionstheater - Kreuzigungsgruppe 1,1 km
Kreuzigungsgruppe - Döttenbichl 2,5 km
Döttenbichl - Kloster Ettal 6,3 km
Kloster Ettal - Ammerquellen 3,7 km
Ammerquellen - Gertrudiskapelle 4,7 km
Gertrudiskapelle - Schlosspark Linderhof 6,6 km

Gesamtstrecke: 85,2 km



Wieskirche - Kloster Rottenbuch

Wieskirche     

Nachdem die Wallfahrt zum Gegeißelten Heiland in der Wies immer größere Ausmaße annahm, entschloss sich das Kloster Stein­gaden zum Bau einer großen Wallfahrtskirche. In extrem kurzer Bauzeit entstand zwischen 1745 und 1754 eine der schönsten Rokokokirchen Süddeutschlands.

In der Wieskirche erlebt man eine Verbindung des Zentralbaus der Renaissance mit dem ­Typus der roma­nischen Basilika. Der Chorumgang ist ein typisches Element der großen ­Pilger- und Wallfahrtskirchen des Mittelalters. Wie kein anderer Kirchenraum interpretiert die Wieskirche das Lebensgefühl der damaligen Zeit. Man spricht auch gerne von einem Raumwunder, einer Architektur des Lichts, die ­Weite, Leichtigkeit, Harmonie und Glückseligkeit vermittelt. Die vollendete Kunst des Rokokos von Dominikus und Johann Baptist Zimmermann hat sicherlich dazu beigetragen, dass die Wieskirche von der UNESCO als Welt­kulturerbe anerkannt wurde.

Wir beginnen unsere Wanderung am Portal der Wieskirche und gehen zunächst den Weg leicht bergab in Richtung des Parkplatzes. Unten an der kleinen Kapelle gehen wir nach rechts an der Straße entlang weiter.

Wallfahrtskapelle zum Gegeißelten Heiland

Nach dem Tränenwunder vom 14. Juni 1738 entwickelte sich rasch eine Wallfahrt mit zahlreichen Gebetserhörungen. 1740 erbaute man daraufhin diese Kapelle, die sich jedoch in kürzester Zeit als zu klein erwies.

An den kleinen blauen Schildern mit den symbolisierten Jakobsmuscheln erkennen wir, dass wir an dieser Wegstrecke dem Jakobsweg in entgegengesetzter Richtung folgen. Der berühmte Pilgerweg führt hier von München zum Bodensee und endet schließlich im spanischen Santiago de­ Compostela.

Wir schlagen die Fahrstraße nach rechts ein, gehen ein kurzes Stück auf einem schmalen Asphaltweg bis zu einem Rechtsbogen. Dort verlassen wir ihn und folgen links ­einem Pfad, der an einer Baumallee über die Wiesen bis zur Landvolkshochschule führt. Hier gehen wir zunächst rechts, verlassen die Asphaltstraße nach den Gebäuden des Semi­narzentrums wieder in einer Rechtskurve und nehmen links den Weg in den Wald hinein. Wir folgen weiter der Forststraße und ­ignorieren einige von links kommenden Wege. Auf der rechten Seite begleitet unseren Weg der Schwarzenbach, welcher sich noch naturbelassen durch dichtes Buschwerk windet. Dort wo man ihn überqueren kann, verlassen wir unseren Weg nach rechts Richtung Osten und durchqueren eine kleine Ebene.

Unser Weg führt hinauf in ein Wäldchen. Nach dem kurzen Anstieg halten wir uns an der Abzweigung rechts. Von hier genießt man eine herrliche Aussicht auf die Ammergauer Berge, rechts ist die Hohe Bleick zu sehen und gegenüber auf der Anhöhe schon die ersten Häuser von Wildsteig.

Unser Weg führt weiter durch moorige Wiesen. Nach einer Bachüberquerung kommen wir auf einen Weg, dem wir zunächst ein kurzes Stück links folgen. Bald darauf geht es rechts den Hang hinauf in den Ortsteil Holz. Vorbei an einigen bäuerlichen Anwesen gelangen wir ein Stück weiter zu einer kleinen, links vom Weg liegenden Kapelle.
Diese Dreifaltigkeitskapelle ist meist offen, es lohnt sich hier eine kurze Rast einzulegen.


Dreifaltigkeitskapelle

Die Kapelle der Dreifaltigkeit wurde 1970 erbaut. Das Deckenfresko zeigt eine Darstellung der Dreifaltigkeit und der Krönung Mariens im Beisein der Hl. Mutter Anna und dem Hl. Josef.

Wir setzen unseren Weg fort, kommen an eine Kreuzung, an der wir gegenüber das Straßenschild Pilgerweg lesen, und gehen links weiter. Geradeaus erreichen wir auf der Anhöhe das auf der linken Seite liegende Rathaus. Gegenüber bringt uns die Kirchstraße hinauf ins Zentrum von Wildsteig. Kurz vor dem Schulgebäude gehen wir links einen Weg hinunter zur Jakobskirche.

Jakobskirche Wildsteig

Im Jahr 1477 wird urkundlich zum ersten Mal eine Kirche der Hl. Margareta in Wildsteig erwähnt. Der heutige Bau entstand Anfang des 18. Jahrhunderts, spätestens seit diesem Zeitpunkt mit dem Hl. Jakobus dem Älteren als Patron. Es handelt sich um einen einfachen Saalbau mit feinen Stuckarbeiten, die das ausgehende Rokoko mit Elementen des Klassizismus vereinen. Zu den ältesten Kunstwerken der ­Kirche zählt das Altarbild. Hier sind die beiden Kirchenpatrone, die Hl. Margareta und der Hl. Jakobus, kniend vor dem Jesuskind dar­gestellt.

Von der Kirche kommend nehmen wir den Fußweg links den Hügel hinunter und kommen an der Lourdesgrotte aus dem Jahr 1908 vorbei, eine der bedeutendsten Grottenanlagen Süddeutschlands. Wir überqueren den Dorfbach und gehen auf der anderen Seite die Straße hinauf. Oben an der Gabelung halten wir uns zunächst links und verlassen dann geradeaus den Ort. Eine Unterführung bringt uns auf die andere Seite der Ortsumfahrung. Gleich danach orientieren wir uns rechts und wandern ca. 1 km links von der Staatsstraße weiter.

Nach etwa der Hälfte dieser Strecke führt der Weg an einem Wanderparkplatz eine kurze Treppe hinab und als schmaler Pfad weiter. Auf einem leicht ansteigenden landwirtschaftlichen Fahrweg entfernen wir uns wieder vom Verkehrslärm. Wir bleiben auf diesem Weg bis wir ein Wäldchen erreichen und durchqueren dieses bergab.

Auf einem Wiesenweg passieren wir nach ­einer Brücke ein links vom Weg gelegenes Gehöft und nehmen an der nächsten Gabelung rechts den ansteigenden Asphaltweg. Hinter dem nächsten Anwesen gehen wir links weiter und sehen bald darauf die ersten Häuser von Rottenbuch.

Wir folgen der Straße in den Ort hinein und gelangen auf dem Weihanger zur Bundesstraße. Diese überqueren wir auf dem Fußgängerüberweg und gehen gleich anschließend links weiter.


Das Denkmal des Hl. Leonhard erinnert an den in Rottenbuch traditionellen Leonhardi­ritt im Spätherbst jeden Jahres. Auf der gegen­überliegenden Straßenseite setzen wir unseren Weg fort, durchschreiten das alte Klostertor und befinden uns im Klosterhof von Rottenbuch. Nach einigen Schritten stehen wir am Kirchturm und vor dem Portal der ehemaligen Stiftskirche.


Kloster Rottenbuch - Soier See

Kloster Rottenbuch
Pfarrkirche Mariä Geburt
(ehem. ­Stifts­kirche)

    
Mit dem Bau der Stiftskirche wurde 1085 ­begonnen. Die Fertigstellung der dreischiffigen romanischen Basilika mit Querschiff erfolgte im Jahr 1125. Im Laufe des 15. Jahrhunderts wurde zunächst der dreischiffige Chor abgerissen und einschiffig wiederaufgebaut. Anschließend hat man das Querschiff und das Langhaus im spätgotischen Stil umgebaut. Im 18. Jahrhundert wurde der Innenraum im Stil des Rokoko umgestaltet.

Nachdem der alte Glockenturm eingestürzt war, baute man 1439 den freistehenden Turm. Dieser erhielt 1780/81 den klassizistischen Helm.

Abstecher zur Frauenbrünnerlkapelle:
Bevor wir den Torbogen passieren biegen wir rechts in die Franz-von-Heeren-Straße ein. Nach ca. 150 m folgen wir links einem Fußweg, der durch ein kleines Wäldchen zur Staatsstraße Richtung Böbing führt und uns rechts von dieser talabwärts direkt bis zur Kapelle ­leitet.


Frauenbrünnerl

Die achteckige Kapelle ist eine beliebte Andachtsstätte und wurde 1688 über einer Quelle erbaut. Ursprünglich befand sich hier ein gotischer Bildstock mit einer vielverehrten Madonna. Dieses gotische Gnadenbild aus dem 15. Jahrhundert ist heute im Hochaltar von 1705 zu bewundern.

Wir verlassen den Klosterhof in nordwest­licher Richtung durch einen Torbogen. Nach ca. 50 m schlagen wir vor der gemeindlichen Kläranlage den Weg rechts ein und gehen unterhalb der alten Klostermauer entlang. Durch den Mischwald schlängelt sich unser Pfad, begleitet von gluckernden Bächlein, ­hinunter zur Ammer.

Wir gehen ein kurzes Stück an deren Ufer entlang, überqueren die Staatsstraße rechts von der Brücke und benützen den asphaltierten Weg durch das Parkgelände der ehemaligen Ammermühle, in der heute eine Klinik untergebracht ist.


Ammermühle

Hier befanden sich eine Sägemühle und eine Getreidemühle des Klosters. Die Namen der Betreiber sind seit etwa 1500 urkundlich belegt. Im Jahr 1641 hat vermutlich ein Hochwasser die Ammermühle zerstört, bald darauf aber erfolgte der Wiederaufbau. Der Mahlbetrieb der Getreidemühle wurde 1902 eingestellt. Das Sägewerk war noch bis 1962 in Betrieb. Heute beherbergen die historischen Gebäude eine Kurklinik.

Am Ende des Parks geht es über die Ammer und bald darauf erreicht man auf einem zunächst leicht ansteigenden Weg das nächste Waldstück. Wir gehen geradeaus weiter, unser Weg wird allmählich etwas steiler bis wir auf einen Weg treffen, der in einem weiten Bogen verläuft. Wir folgen diesem leicht aufwärts nach rechts, bis wir hinter einem weiteren Linksbogen den Wald wieder verlassen.

Der Blick wird nun wieder weiter, wir gewinnen mehr und mehr an Höhe und ­sehen vor uns schon die ersten Häuser von Schönberg. Davor kommen wir noch zu einer Kreuzung, an der wir geradeaus auf einem Betonplatten­weg weitergehen. Die nächste Straße gehen wir links leicht ansteigend hinauf, biegen oben rechts ab und kommen zur Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt von Schönberg.

Auf der Durchgangsstraße geht’s wieder bergab und nach einem auf der rechten Seite liegenden Kinderspielplatz nach links. In einer Linkskurve nehmen wir rechts die Straße Südhang und kurz darauf links den Hörnleweg, der uns aus dem Ort hinausbringt. Von hier aus genießt man einen traumhaften Blick auf das Bergpanorama mit dem Hörnle und dem dahinterliegenden Ammergebirge. Wir treffen auf die Staatsstraße, folgen dieser ca. 40 m nach links und biegen an einer kleinen Kapelle rechts in den Wiesenweg ein. Leicht bergab folgen wir den Wegweisern Richtung Bad Bayersoien.

Wir bleiben auf diesem Weg und orientieren uns kurz vor dem Anstieg Richtung ­Lettigenbichl nach links. Wir folgen der Markierung Achrundweg. An einer Gabelung geht es ­geradeaus hinein in ein für diese Landschaft typisches Bergkiefernhochmoorgebiet. Unse­ren Weg säumen beidseitig Entwässerungsgräben.

An der nächsten Kreuzung halten wir uns rechts. Das Bächlein, das unseren Weg links begleitet, überqueren wir bei nächster Gelegenheit und gehen links einen Anstieg hinauf. An der nächsten Kreuzung halten wir uns links und folgen gleich danach rechts einem Fußweg der uns direkt auf den Kapellenberg von Bad Bayersoien bringt. Von der Gedächtniskapelle haben wir einen traumhaften Blick auf den gesamten Ort, den See und die Ammergauer Alpen. Über eine Treppe steigen wir wieder ab, gehen unten links und biegen wiederum links in die Kirmesauer Straße ein. Auf der rechten Seite führt ein Fußweg direkt zum See.


Soier See - Scheibum

Soier See    

Am Ufer angekommen, folgen wir links dem Seerundweg. Nachdem wir den See fast vollständig umrundet haben überqueren wir den Zufluss des Sees und gehen links entlang des Baches zurück zur Dorfstraße der wir rechts ins Ortszentrum folgen.

Pfarrkirche St. Georg

Eine Kirche wurde in Bayersoien erstmals im Jahr 1315 erwähnt. Man geht aber davon aus, dass es hier schon zuvor eine Kirche gab. Die genaue Bauzeit der spätgotischen Saalkirche ist nicht bekannt. Ab 1717 wurde die Kirche erneuert und vergrößert.

Der gotische Chor blieb erhalten, das Langhaus wurde im ­barocken Stil erbaut. Die Stuckaturen werden der Werkstatt Joseph Schmuzers zugeordnet. Die Fresken stammen vom Oberammergauer Franz Seraph Zwinck.

Wir verlassen Bad Bayersoien und gehen die Dorfstraße in nördlicher Richtung bis zur Kreuzung Ludwigstraße. Dieser folgen wir nach links, überqueren die B 23 und gehen zunächst im Rechtsbogen weiter. Wir orientieren uns am Wegweiser zur Soyermühle, der uns halbrechts leitet. Dort wo die Wohnstraße nach rechts abknickt führt unser Wanderpfad geradeaus weiter und wir verlassen unterhalb der letzten Wohnhäuser den Ort.

Nach kurzer Zeit trifft unser Wiesenweg auf einen Asphaltweg, dem wir erst einige Meter nach rechts folgen und von dem wir gleich wieder nach links abbiegen. Leicht bergauf wenden wir uns an der nächsten Baumgruppe links ab und bleiben auf diesem Weg bis zum bewaldeten Hochufer der Ammer. An der Stelle, an der unser Weg links weiter führt, nehmen wir rechts einen schmalen Pfad, der uns zum Großteil über Treppen in Serpentinen bergab führt.

Unten an der Ammer angekommen, benützen wir die Brücke zum gegenüberliegenden Ufer. Hier an der Soyermühle geht es links weiter. Unser Weg steigt nun stetig an bis zu einer Gabelung. Rechts führt eine Variante nach Hargenwies. Diese beschreiben wir weiter unten. Wir gehen links weiter durch den Fichtenwald.

Der vor uns liegende Weg erfordert von uns viel Achtsamkeit. Wir folgen dem schmalen Pfad über kleine Holzstege und über reichlich Wurzelwerk. Von der Höhe genießen wir zwischendurch immer wieder schöne Aus­blicke auf die Ammer.

Unser Weg schlängelt sich über Serpentinen, teilweise mit Treppenstufen, wieder hinunter bis auf die Höhe des Flusspegels. Entlang einer Kiesbank geht’s weiter flussaufwärts. Der zunächst sanfte Aufstieg wird immer steiler, bis wir oben an einer Lichtung ankommen. Ein kleines Stück geht es an dieser links entlang.

Die Anstrengung hat sich gelohnt, denn von hier oben haben wir wieder eine atemberaubende Aussicht auf die tief unter uns sprudelnde Ammer. Schon geht es wieder hinab, bald wieder relativ steil über Treppen, bis wir schließlich wieder am Ufer angekommen sind. Geradeaus geht es weiter zu dem Naturdenkmal Schleierfälle. Wir halten uns jedoch rechts und folgen dem Wegweiser nach ­Hargenwies. Noch einmal blicken wir von hier hinunter auf den Fluss, müssen dann aber bald wieder einen steilen Anstieg bewältigen. Schließlich kommen wir oben an einer Infotafel an. Wir treffen hier auf eine Forststraße, auf dieser gehen wir links Richtung Kammerl.

Variante über Hargenwies:
An der Gabelung nach der Soyermühle folgen wir dem Anstieg nach rechts durch den Wald und gehen an der nächsten Kreuzung kurz vor einer Lichtung links weiter am Waldsaum entlang hin­auf in den Weiler Kreut (865 m). Wir gehen geradeaus weiter bis zu einer Kreuzung. Hier biegen wir links ab und müssen nun ca. 1 km auf der wenig befahrenen Verbindungsstraße Morgenbach – ­Hargenwies entlang wandern. Vor uns haben wir einen schönen Blick auf die Hörnlegruppe.

In ­Hargenwies orientieren wir uns links an dem Wegweiser zu den Schleierfällen und folgen diesem ca. 500 m auf einem Wiesenweg. Am Beginn eines Waldstücks passieren wir einen Durchlass, halten uns danach rechts und gehen an einer Lichtung entlang zur Kreuzung mit der Infotafel Ammerschlucht. Hier kann man zu den Schleierfällen absteigen oder auf dem Forstweg weiter Richtung Kammerl ­wandern.

Wir bleiben nun auf diesem Weg, der uns leicht bergauf durch den Wald führt, bis zu einer Lichtung. Wir gehen links ein Stück am Waldrand entlang, überqueren einige Holzstege und gelangen wieder durch ein Waldstück zu einer weiteren Lichtung. An dieser entlang geht es links über eine Brücke. Noch einmal streifen wir ein Stück durchs Fichtengehölz und treffen an der nächsten Lichtung auf ein Feldkreuz. Den hier beginnenden Abstieg links hinunter zur Ammer sollten wir vorsichtig angehen. Die Betonsteine und Treppen könnten rutschig sein. Nach dem Überqueren einer Eisenbrücke stehen wir direkt vor dem Kraftwerk Kammerl.

Kraftwerk Kammerl

Das Kraftwerk wurde 1896 von der Aktien­gesellschaft Kummer und Co. Dresden zur Versorgung der Bahnstrecke Murnau – Oberammergau gebaut. Die Firma Siemens erhielt 1904 den Auftrag die Generatoren zu erneuern. 1938 ging das Kraftwerk in das Eigen­tum der Deutschen Reichsbahn über und gehörte später der Deutschen Bundesbahn. Die Umstellung auf automatischen Betrieb erfolgte im Oktober 1980. Seither wird die Anlage von München aus ferngesteuert.

Das Kammerl gilt als ältestes, sich noch in Betrieb befindende Bahnkraftwerk der Welt für die Erzeugung von Einphasen-Wechselstrom niedriger Frequenz. Es gehört heute zur Deutschen Bahn AG.

Wir gehen rechts an der über hundert ­Jahre alten Stromanlage der Bahn vorbei und weiter abwärts bis zur Ammerbrücke. Diese führt uns zum gegenüberliegenden Ufer.

Kurz nach einer Infotafel lädt uns ein Wegweiser ein, ihm links zur Scheibum zu folgen.


Scheibum - Fatimakapelle

Scheibum    

Wir betreten den Wald, halten uns an der nächsten Gabelung links und nehmen dort, wo der Weg auf die Kiesbank der Ammer führt, rechts den schmalen Pfad, der uns nach einigen Schritten zu einer Aussichtsplattform bringt. Hier wollen wir erst einmal dieses einmalige Naturschauspiel des Felsdurchbruchs der Scheibum auf uns wirken lassen.

Wir lassen die Scheibum nun wieder hinter uns und gehen durch den Wald zurück zur Ammerbrücke. Wir gehen links die Asphaltstraße hoch und erreichen nach einigen ­Minuten das Gasthaus Acheleschwaig mit den alten Stallungen des ehemaligen Staatsgestüts.  


Acheleschwaig

Der Name dieses Ortes setzt sich aus den Worten Ache, Lana und Schwaige zusammen und bedeutet so viel wie „Viehhof an den Hängen zur Ammer“. Die Existenz des Anwesens ist 1371 erstmals belegt. Es war mehrere Jahrhunderte im Eigentum der Ettaler ­Mönche. Einige Jahre nach der Aufhebung des Klosters wurde hier ein königlicher Fohlenhof eingerichtet. Dieser gehörte zum Militärgestüt Schwaiganger. Anfang des 20. Jahrhunderts übernahm der Bayerische Staat das Gut und nutzte es für die Pferdezucht. Ab 1945 ging man zur Rinderzucht über. Von 1967 bis 2006 war es eine Versuchsanstalt für Rinderzucht.

Kurz nach dem Anwesen zweigen wir von der Straße nach links auf einen landwirtschaft­lichen Weg ab. Gleich darauf nehmen wir den Weg, der uns nach links zum Böhmerweiher leitet. Leicht ansteigend geht‘s über Wiesen, dann ein kurzes Stück durch den Wald und an einer Kreuzung rechts. Nach 100 m öffnet sich der Wald und wir stehen am sehr idyllisch gelegenen Böhmerweiher. Wir setzen unsere Wanderung fort, kommen an eine Kreuzung, an der wir rechts weiter­gehen und genießen nun wunderschöne Ausblicke aufs Hörnle. Auf diesem Höhenweg ­erreichen wir bald Saulgrub.


Fatimakapelle - Rochusfeld

Fatimakapelle    

Kurz vor dem Dorf führt nach einem weiten Linksbogen ein Wiesenpfad nach links zur Fatimakapelle. Wir kehren zurück zu unserem Wanderweg, biegen links ab und stoßen auf eine ­weitere Kreuzung. Hier führt uns die alte Römer­straße in einem Hohlweg rechts hinunter nach Saulgrub. Auf der Dorfstraße gehen wir links und gelangen zur Franziskuskirche.

Franziskuskirche

Die Dorfkirche haben die Bürger von Saulgrub im Jahr 1859 in nur einem Sommer erbaut. Die Bauweise hat man dem gotischen Stil nachempfunden. Im August 1860 wurde sie dem Hl. Franziskus von Assisi geweiht.

Folgen wir weiter der Dorfstraße, kommen wir zur Ampelanlage der stark befahrenen Bundesstraße. Wir gehen zunächst auf dem Gehsteig links ein Stück weiter und überqueren die Straße an der Stelle, an der uns auf der gegenüberliegenden Seite der Weg durch den Ortsteil Kirchfeld wieder von der Straße wegführt. Im Wohngebiet biegen wir in die dritte von rechts kommende Straße ein.

Mit leichtem Gefälle gelangen wir zur Saulgruber Mühle, gehen links daran vorbei und erreichen über eine Eisenbrücke die andere Seite eines Baches. An der nächsten ­Kreuzung geht es für uns links weiter und an der darauffolgenden Gabelung halten wir uns rechts. Nach weiteren 100 m biegen wir wieder rechts ab und befinden uns nach einigen Schritten im Bad Kohlgruber Moorstich Rochusfeld.


Rochusfeld - Kappel

Rochusfeld    

Eine Ruhebank erinnert an den Lieblingsort der Schriftstellerin Adele ­Gerhard, die oft zur Kur in Bad Kohlgrub weilte. Wir setzen unseren Weg geradeaus fort bis wir zu der auf der linken Seite liegenden Torfhütte kommen. Wir kommen zurück auf den Adele-Gerhard-Weg, gehen weiter in den Ort hinein und folgen ein kurzes Stück der Bahnlinie bis wir zur Rochuskirche gelangen.

Rochuskirche

Nach dem Dreißigjährigen Krieg blieb auch Bad Kohlgrub in den Jahren 1632 und 1633 nicht von der Pest verschont. 1635 bauten die verbliebenen Einwohner als Dank auf dem damaligen Pestfriedhof diese ­Votivkapelle. Sie wurde dem Pestheiligen Rochus gewidmet und hatte in etwa die Größe des heutigen Chors.

Bald war sie für die vielen Wallfahrer zu klein geworden. 1733 ­erfolgte eine Erweiterung durch den Neubau des Wessobrunner Künstlers Joseph Schmuzer. Die Innenausstattung des hellen Saalbaus ist in feinstem Rokokostuck gehalten.

Wir gehen rechts am Friedhof entlang hinunter zur Bahnlinie, queren diese, gehen ein kurzes Stück rechts und folgen dann nach links weiter der St.-Rochus-Straße. Wir bleiben auf dieser auch nach dem Überqueren der Ortsdurchgangsstraße und treffen auf eine Straße, die uns nach links zur Pfarrkirche von Bad Kohlgrub führt.

Pfarrkirche St. Martin

Wahrscheinlich stand an dieser Stelle seit dem frühen Mittelalter eine kleine Martinskapelle. Der Bau der heutigen Kirche lag um das Jahr 1342 und wurde vom damaligen Probst des Klosters Rottenbuch veranlasst. Es gab in der Folgezeit immer wieder Umbauten.

Die jetzige bauliche Gestalt der Kirche kam in den Jahren 1722 bis 1729 zustande. Der spätmittelalterliche Turm wurde zwischen 1750 und 1755 erhöht und mit einer ­barocken Haube bekrönt. Der Innenraum ist im Stil des Frührokoko gestaltet und zumindest teil­weise ein Werk des Rottenbucher Klosterbaumeisters Joseph Schmuzer.

Wir setzen unseren Weg fort und erreichen wieder die Hauptstraße. Wir orientieren uns rechts Richtung Dorfbrunnen und gehen links am Rathaus vorbei in den Kurpark des Moorheilbades. In der Parkanlage nehmen wir den Weg, der links am Musikpavillon vorbeiführt und hinter der Kneippanlage einen Rechtsbogen macht. Über eine Eisenbrücke verlassen wir nach links wieder den Kurpark und folgen rechts leicht ansteigend dem ­Mythenpfad. Rechts von uns entdecken wir einen vor kurzem angelegten Steinkreis und steigen entlang eines Baches weiter bergauf. Über uns hängt in einem Baum ein Windspiel.

Von der Anhöhe, die wir gleich darauf ­erreicht haben, genießen wir eine schöne Aussicht aufs Murnauer Moos und die dahinterliegenden Berge bis zur Benediktenwand.

Wir folgen unserem Pfad weiter und gelangen leicht abwärts in die Ludwigsschlucht. Über Stufen und Brücken steigen wir hinauf, vorbei an zahlreichen Wasserfällen, und verlassen die Schlucht wieder über eine Treppe.

Oben gehen wir auf dem Feldweg rechts weiter und an der zweiten Kreuzung links hoch zum Parkplatz der Liftanlage am Tannen­bankerl. Hinter einer rechts oben gelegenen Holzhütte bringt uns nach Queren der Ski­piste ein Fußweg hinauf in der Ortsteil Sonnen.

Am Löschwasserbehälter geht es rechts bis zu einer großflächigen Kreuzung, an der wir links weitergehen. Hinter dem Parkplatz ­eines Kurhotels folgen wir dem Asphaltweg rechts hinunter in den Weiler Kraggenau. Gleich beim ersten landwirtschaftlichen ­Anwesen führt der Wanderweg nach links und steigt bald leicht an bis wir wieder eine Anhöhe erreicht und einen schönen Blick auf die vor uns liegenden Unterammergauer Hausberge Pürschling und Teufelstättkopf haben.

Durch ein kleines Waldstück geht‘s auf einem Pfad wieder bergab. Wir treffen auf eine breitere Asphaltstraße an der wir links entlang weitergehen. Wir sind wieder auf der alten Römerstraße angekommen und folgen ihr ein kurzes Stück bis in den nächsten Ort Wurmansau.


Kapelle Wurmansau

Das Kirchlein wurde im Jahr 1779 erbaut. Der Patron ist der Hl. Josef. Das Deckengemälde aus dem Jahr 1780 zeigt die Vermählung ­Mariens. Noch älter, nämlich aus der Zeit um 1700, ist ein Bild welches den Bischof Konrad darstellt. Es erinnert an den im 17. Jahrhundert hier lebenden Eremiten Konrad, der von plündernden Horden erschlagen worden sein soll.

Wir durchqueren den Ort geradeaus, kommen am Gasthaus Ammertaler Hof vorbei und verlassen das Dorf auf dem Wiesmahdweg. Unterhalb des Hörnles mit Blick ins Ammertal und auf die Ammergauer Alpen schlängelt sich der Weg nun parallel zur Bundesstraße Richtung Süden. An einer Kreuzung weist nach links ein Wegweiser zur Hörnlehütte, wir gehen jedoch geradeaus weiter. Nach einem Rechtsbogen überqueren wir eine breite Holzbrücke und biegen gleich danach links in einen Pfad ein. Auf der linken Seite fließt uns ein Bach entgegen. Wir treffen auf eine Wegkreuzung, orientieren uns hier rechts und sehen die Kappelkirche. Auf der Asphaltstraße, die uns links von der Kirche abwärts führt, kommen wir zu einer auf der rechten Seite liegenden Teichanlage und erreichen über einen Fußweg die Lourdesgrotte.

Lourdesgrotte

Am 28. Juli 1919 wurde diese Grotte eingeweiht. Sie erinnert an die Marienerscheinungen von Bernadette Soubirous in Lourdes im Jahr 1858. Der Ort in den französischen ­Pyrenäen ist seitdem der beliebteste und meistbesuchteste Marienwallfahrtsort ­Europas.

Nach dem Verlassen der Grotte gehen wir auf einem schmalen Pfad, der als Kreuzweg zur Kappelkirche hochführt.


Kappel - Hörnle

Kappelkirche    

Das Gründungsjahr der Kappelkirche vermutet man im Jahr 1090. Sie gilt damit als Mutterkirche des Ammertals. Schon ­davor soll an dieser Stelle eine Einsiedelei des ­Welfen ­Eticho gestanden haben. Dieser starb um 910. Im 15. Jahrhundert stand hier eine gotische Kapelle. Der Turm stammt noch aus dieser Zeit.

Wegen der Zunahme von Pilgern und Wallfahrern wurde die Kirche im 17. Jahrhundert vergrößert und das Innere des Saalbaus im darauffolgenden Jahrhundert von Franz ­Xaver Schmuzer mit Stuckornamenten des Rokoko ausgestattet.

Um die Tradition der einstigen Heilig-Blut-Wallfahrt lebendig zu halten, ist die Kappel seit 1963 das Ziel des Unterammergauer ­Leonhardiritts.

Vom Portal aus orientieren wir uns rechts und kommen durch einen großen Holzrahmen zurück zu unserem Wanderweg. Wir folgen nach dem Viehgatter nicht dem Wegweiser zur Hörnlehütte, sondern gehen geradeaus den leicht ansteigenden Wiesenweg direkt Richtung Hörnle hinauf.


Hörnle - Passionstheater

Hörnle    

An der nächsten ­Gabelung halten wir uns rechts und passieren ein Holzgatter. Wir wandern nun stetig bergauf und haben immer wieder wunderbare Ausblicke ins Tal und ins Naturschutzgebiet Pulvermoos.

Dem Steig folgend kommen wir bald auf einen breiteren Weg und am Ende einer Lichtung zu einer Gabelung. Rechts geht es weiter zum Hinteren Hörnle. Wir steigen von hier ein Stück geradeaus durch den Wald hinauf bis wir vor uns das Gipfelkreuz des Mittleren Hörnles entdecken. Am Gipfel angekommen, genießen wir erst einmal die einzigartige Rundumsicht.

In nordwestlicher Richtung geht es wieder hinunter und in der Senke auf einen Weg der unterhalb des Vorderen Hörnles bis zur ­Hörnlehütte führt.

Von der Hütte gehen wir den Weg, den wir gekommen sind, zurück. Wir besteigen nun jedoch nicht das Mittlere Hörnle, sondern bleiben auf dem Weg links unterhalb des Gipfels. Danach geht es ein Stück leicht abwärts und kurz darauf wieder ansteigend Richtung Hinteres Hörnle. An der nächsten Abzweigung halten wir uns rechts und folgen auf etwa gleichbleibender Höhe dem Weg zum Stierkopf. Auch hier wollen wir nicht über den Gipfel, sondern bleiben auf dem Weg rechts unterhalb. Wir genießen einen schönen Blick auf Unterammergau.

Nach der Umrundung des Stierkopfes geht es nun über Almwiesen wieder leicht bergab bis zu einem Waldrand. Hier beginnt nun ein relativ steiler Pfad, der uns in Serpentinen durch den Fichtenwald bergab leitet. Am Ende dieses Abstiegs erreichen wir die Wegkreuzung Drei Marken. Wir sind auf einer Höhe von 1263 m über dem Meer und folgen dem Wegweiser Oberammergau über Romanshöhe.

Der breite Forstweg geht jetzt meist bergab. An der nächsten Gabelung halten wir uns rechts und kommen an einer links vom Weg liegenden Blockhütte vorbei. Bald danach gehen wir kurz vor einer Schranke geradeaus weiter und bleiben auf diesem Weg bis zur nächsten Gabelung, bei der es rechts hinunter geht.

Wir kommen nun an eine rechts am Weg liegende Lichtung und müssen gleich anschließend durch einen Hohlweg sehr steil talabwärts gehen. Unten angekommen befinden wir uns auf dem Altherrenweg, dem wir nach links folgen und auf dem wir bald zur Ausflugsgaststätte Romanshöhe gelangen.

Rechts von uns haben wir traumhafte Ausblicke ins Ammertal und auf die gegenüberliegenden Berge Oberammergaus: den ­Kolben und den Kofel. Auf einem Asphaltweg geht es nun weiter bergab. Vor einer Brücke verlassen wir diesen Weg und nehmen rechts einen Pfad, der neben einem Bach verläuft.

An der nächsten Asphaltstraße angekommen, biegen wir links ab, gehen über die Brücke und weiter hinein in den Ort Oberammergau. Von der Warbergstraße biegen wir an der zweiten Straße nach rechts In die Furch ab und kommen dann zur Theaterstraße. Folgen wir dieser wieder rechts stehen wir bald vor dem großen Gebäude des Oberammergauer Passionstheaters.


Passionstheater - Kreuzigungsgruppe

Passionstheater    

Das Passionsspiel fand 1830 erstmals an diesem Ort auf der Passionswiese statt. Zuvor nutzte man dafür den Friedhof an der Dorfkirche. Die einfache Holzbühne wurde mit Kulissen und Bühnentechnik ausgestattet. 1890 entstand ein Neubau auf Stahlbogenträgern in Fachwerkbauweise. Erst für die Spiele des Jahres 1930 ersetzte man die Holzkonstruktion durch einen Steinbau. Zeitgleich erhielt die Zuschauerhalle anstatt der einfachen Holzbänke eine Theater­bestuhlung. Im Mai 2008 wurde für die Bühne eine fahrbare Dachkonstruktion aus Stahl und Kunststoff installiert.

Wir setzen unseren Weg in südlicher Richtung fort, überqueren die Dorfstraße und gehen noch ein paar Schritte geradeaus ­weiter bis zum Pilatushaus.

Pilatushaus und Lüftlmalerei

Das Pilatushaus wurde 1784 erbaut und gilt als das schönste aller Freskenhäuser Oberammergaus. Es ist der Höhepunkt der barocken Hausmalerei des Ortes und ein Werk von Franz Seraph Zwinck. Dargestellt ist Jesus Christus vor Pontius Pilatus und den Hohen Priestern, die Auferstehung Christi sowie Scheinarchitektur.

Die Lüftlmalerei ist eine Sonderform des im 18. Jahrhundert populären Fassadenschmucks. Der berühmteste Maler war der Oberammergauer Kirchenmaler Franz ­Seraph Zwinck (1748 – 1792). Damit die Malerei haltbarer wurde, verwendete er die schon bekannte Freskotechnik, d. h. Malen in frischen Putz.

Er nannte sich selbst „Lüftlmaler“, womit er seine flotte Arbeitsweise beschrieb. Die frische Gebirgsluft ließ den Mörtel rasch trocknen und erforderte so ein schnelles ­Arbeiten.

Der am Pilatushaus vorbeiführenden Ver­le­ger­gasse folgen wir südwestlich, kreuzen die Eugen-Papst-Straße und erreichen auf dem Pürschlingweg das Ammerufer. Die ­Brücke führt uns auf die andere Seite, hier geht’s kurz rechts und dann gleich wieder links auf einem Pfad weiter. Nach einem Linksbogen steigt der Weg langsam an.

Wir treffen auf eine Straße und folgen dieser nach rechts zum Osterbichl. Allmählich lassen wir die letzten Häuser hinter uns und erreichen nach einigen Minuten die monumentale Kreuzigungsgruppe.


Kreuzigungsgruppe - Döttenbichl

Kreuzigungsgruppe    

Von dieser Anhöhe genießen wir noch einmal einen schönen Blick auf das Passionsdorf. Der Weg führt uns nun weiter über die ­Skiabfahrt des Kolbens zum Grottenweg. Auf diesem wandern wir nun entlang den Felswänden des Kofels. Nach einigen Minuten entdecken wir rechts an einem Felsbrocken, dem sogenannten Mahlenstein, ­zahlreiche Felsritzungen, die möglicherweise aus ­römischer Zeit stammen. Ein Stück weiter, an der Langen Kofelwand, sind weitere Ritzungen zu sehen, die vermutlich aus dem 18. und 19. Jahrhundert stammen. Wir bleiben auf diesem Weg und entdecken auf der Höhe des Friedhofs am Fuße der Steilwand eine Marien­grotte. Weiter auf diesem Pfad erreichen wir nun bald eine höher gelegene Ebene, die Kälberplatte. Gegen­über weist uns ein Holzschild den Weg zum Döttenbichl.

Wir folgen dem Anstieg links in den Wald ­hinein bis zu einer Anhöhe. Ein kurzes Stück geht’s nun wieder bergab, teilweise markiert mit einem gelben Dolch, bis wir die Aus­grabungsstätte mit den Informationstafeln erreichen.


Döttenbichl - Kloster Ettal

Döttenbichl    

Ausgrabungen der Jahre 1992 bis 1997 ­lassen vermuten, dass sich auf diesem bewaldeten Hügel ein keltischer Brandopferplatz befand. Unter den zahlreichen Funden waren keltische Gewandfibeln, eiserne Schlüssel und zahlreiche, meist landwirtschaftliche Werkzeuge. Daneben fand man Münzen, drei ­Dolche, über 300 Pfeilspitzen und Schuh­nägel römischer Soldaten.

Drei Katapultpfeilspitzen sind der 19. Römischen Legion zuzuordnen, die im Jahr 9 n. Chr. im Teutoburger Wald vernichtend geschlagen wurde. Man geht davon aus, dass sie vierundzwanzig Jahre zuvor, also 15 v. Chr., die ­Alpen überquerten und sich mit den hier ansässigen Kelten auseinandersetzten.

Zurück gehen wir auf dem gleichen Weg bis zur Kälberplatte. Rechts bergab nehmen wir den Hohlweg und orientieren uns links. Am nördlichen Teil der großen Brückenanlage führt uns ein Fußweg hinauf zur Bundesstraße und über die Brücke Richtung Süden. An deren Ende verlassen wir sie wieder und unterqueren die Brücke. Wir halten uns links und setzen unseren Weg entlang der Ammer flussaufwärts fort.

An der nächsten Kreuzung gehen wir links und kommen durch eine Unterführung wieder an den Ortsrand von Oberammergau. Hier folgen wir der Beschilderung zum Vogel­herdweg, kreuzen die Ortszufahrts­straße und nähern uns der Felswand unterhalb des Labers. Einige Minuten müssen wir nun links der Bundesstraße entlanggehen.

Wir beachten links oben in der Felswand die sogenannte Bärenhöhle mit einer Marien­statue und nehmen bald danach den ansteigenden Pfad zwischen den Bäumen links hinauf.

Auf einem Forstweg geht es weiter aufwärts bis zu einer Gabelung an der wir uns links halten und nach einigen Schritten den ­ersten Blick auf Ettal haben. Auf halber Höhe leitet uns der Vogelherdweg oberhalb des Ortes und des Klosters entlang. Zwischen den Bäumen sieht man immer wieder ­einen Teil der großzügigen Anlage der Ettaler ­Benediktinerabtei.


Kloster Ettal - Ammerquellen

Kloster Ettal    

Im Jahr 1330 durch Kaiser Ludwig der ­Bayer gegründet, wurden das Kloster und das Ritter­stift bereits 1332 eröffnet. Die Leitidee des Kaisers zu dieser ungewöhnlichen klöster­lichen Einrichtung war offensichtlich die Sage „Parzival“ von Wolfram von Eschenbach.

Mittelpunkt des Klosters war ein Marienbildnis aus weißem Marmor, welches der Kaiser aus Italien mitgebracht hatte. Ab dem 15. Jahrhundert, aber vor allem im 17. Jahrhundert, war Ettal das Ziel großer Wallfahrten. Bei dem großen Brand im Jahr 1744 wurden die gotische Kirche, die Ritterakademie und ein Teil des Klosters zerstört. Der Wiederaufbau erfolgte im Stil des Rokoko durch den Wessobrunner Baumeister und Stuckateur Joseph Schmuzer.

Nach der Säkularisation im Jahr 1803 dauerte es fast hundert Jahre bis das Kloster am 6. August 1900 wieder seiner ursprünglichen Bestimmung übergeben wurde.

Ein gutes Stück hinter den klösterlichen Wirtschaftsgebäuden biegen wir am ­Ettaler Manndl Weg rechts ab, kommen an der Wasserreserve des Ortes vorbei und nehmen den nächsten Weg wieder rechts.

Geradeaus erreichen wir die Abteigebäude und betreten durch den zweiten Bogen links den Klosterhof. Links sehen wir das mächtige Barockportal der Kirche.

Wir verlassen den Klosterhof durch den südlichen Torbogen. Gegenüber auf der anderen Straßenseite führt uns ein Weg aus dem Ort hinaus. Über eine ebene Wiesenfläche ­gehen wir bis zum Waldrand. Hier halten wir uns rechts und folgen der Beschilderung zur Ettaler Mühle. Davor kommen wir noch an der Kläranlage des Dorfes vorbei und überqueren eine Straße.


Ettaler Mühle

Die Mühle wurde 1701 vom Kloster als Säge­werk erbaut. Nach der Säkularisation gab es immer wieder neue Besitzer. Heute ist sie wieder im Eigentum des Klosters.

Hinter dem Gasthaus geht’s links weiter ins Naturschutzgebiet Weidmoos. Entlang eines Wasserlaufs der Ammer führt unser Weg geradeaus weiter bis zu einer asphaltierten Straße. Ein kurzes Stück gehen wir an ihr links entlang, kreuzen die Straße und nehmen den Wanderweg gegenüber, der uns in den Bereich der Kleinen Ammerquellen bringt.


Ammerquellen - Gertrudiskapelle

Ammerquellen    

Auf dem Sonnenweg entlang des Dicken­waldes gelangen wir zu den Bauernhöfen des Weilers Rahm. Wir bleiben auf diesem Weg bis nach Graswang.

Graswang

Die Bezeichnung „wang“ deutet auf die Entstehung des Namens in germanischer Zeit hin. Unter „wang“ verstand man ein grünes Gelände, eine ideale Weidefläche. Der Ort war vermutlich schon vor Ettal besiedelt. In den ersten Aufzeichnungen der Gemeinde ist für das Jahr 1280 von fünf Viehwirtschaften die Rede.

Um in den Ort zu gelangen biegen wir links ab und kommen zur Kirche Maria Schutz, in der wir kurz verweilen dürfen.


Kirche Maria Schutz

Sie wurde 1954 erbaut und hat einen 30 m hohen Spitzturm. Die Bildwerke sind vom Oberammergauer Bildhauer und damaligen Schnitzschuldirektor Ludwig Huber. Der ­Altar ist mit einer Mutter Gottes ausgestattet, rechts und links von ihr sind Menschen aus dem Dorfleben dargestellt: Bauer, Holzknecht, Jäger, Pater, Mütter und Kinder.

An der Empore befinden sich Bilder der 14 Kreuzwegstationen und der 14 Nothelfer. In der Mitte ist eine Darstellung des Ettaler Gnadenbildes zu ­sehen.

Auf der anderen Straßenseite führt der Weg zum Forsthaus in der Dickelschwaige. Schon von weitem können wir die neben dem Forsthaus gelegene Kapelle der Hl. Gertrudis ­erkennen.


Gertrudiskapelle - Schloss Linderhof

Dickelschwaig    

Die Schwaige war fast immer in Eigenwirtschaft des Klosters und wurde von Verwaltern versorgt. 1812 kam sie in den Besitz des Königs und wurde zur Nebenschwaige des königlichen Fohlenhofes Schwaiganger. Im Sommer waren 50 bis 80 junge Pferde vom Militärgestüt auf der Weide. In der Folgezeit wechselten immer wieder die Besitzer. 1929 erwarb das Forstamt Oberammergau das ­Anwesen. Heute ist dort eine Forstdienststelle untergebracht.

Um unseren Weg fortzusetzen, gehen wir wieder zurück zur anderen Talseite. Nach dem Verlassen von Graswang gehen wir auf dem Kohlbachweg links weiter. Wir folgen diesem Weg bis zu einer Forststraße, der wir rechts folgen. Immer weiter geht es nun in westlicher Richtung. Vorbei an einer rechts gelegenen Wildfütterung steigt unser Weg nun stetig an.

Wir befinden uns mittlerweile auf einer Höhe von etwa 1000 m und erreichen links vom Weg das Eingangstor des Schlossparks von Linderhof. Auf königlichen Wegen geht es nun im Park ein Stück abwärts, an der ­ersten Gabelung halten wir uns links und an der nächsten ebenfalls links. Wir folgen dem Schild zur „Hundinghütte“, die wir nach einer Rechtskurve dann an einem Weiher vor uns liegen sehen. Nur ein paar Schritte weiter befindet sich links vom Weg die nächste Hütte Ludwigs II., nämlich die „Gurnemanz-Klause“.

Rechts führt nun ein Weg den Hang hinauf durch den Wald. Der Weg steigt weiter an bis wir an der höchsten Stelle des Höhenrückens und unserem Ziel angekommen sind. Gegenüber befindet sich mit dem Venustempel der höchste Punkt der Terrassenanlagen, die direkt zur königlichen Villa hinunterführen.


Linderhof    

Um das Försterhäuschen seines Vaters Maximi­lian II. zu erweitern, kaufte König ­Ludwig II. 1869 das Gelände um das Bauernhaus des damaligen Linderhofes. Zunächst ließ er sich sein Jagddomizil als „Königshäuschen“ umbauen. 1870 erfolgten bereits ein größerer Anbau und in den folgenden Jahren weitere Bauphasen. 1878 war die königliche Villa vollendet. In einer letzten Bauphase wurde 1885 noch das Schlafzimmer ver­größert.

Der Münchner Hofgartendirektor Carl Joseph von Effner gestaltete den großen Schlosspark. Die Anlage erhielt Terrassengärten mit einem Venustempel, mehrere Brunnen und Wasserkaskaden sowie verschiedene Bauwerke. Dazu gehörten der Maurische Kiosk, das Marokkanische Haus und die Venus­grotte. Diese künstliche Tropfsteinhöhle mit beleuchtetem See und Wasserfall sollte den König an die Wagneroper „Tannhäuser“ ­erinnern.

Seine Vorliebe für Richard Wagners Opernwelten zeigte sich auch in den Bauten der Hundinghütte nach dem Vorbild aus der Oper „Walküre“, sowie der Klause des ­Gurnemanz aus dem dritten Akt der Oper „Parsifal“.

Linderhof blieb der einzige von König Ludwig II. geplante Schlossbau, den er selbst auch vollendet erlebte.